Titelschutz für Bücher – Begriffe und Rechtliches

Buchtitel unterliegen einem urheberrechtlichen Schutz. Damit keine zwei Bücher denselben Titel tragen, gilt Titelschutz für Bücher. Dieser beugt einer Verwechslungsgefahr vor. Ein Buchtitel, der im Verkehr ist, darf nicht für ein anderes Werk verwendet werdenn.

Titelschutz nach MarkenG

Ein Buchtitel ist der Name einer Druckschrift. Namen und Bezeichnungen von Druckschriften, Filmwerken, Tonwerken, Bühnenwerken und vergleichbaren Werken sind Werktitel (§ 5 MarkenG). Werktitel wiederum zählen zu geschäftlichen Bezeichnungen und diese werden nach dem MarkenG geschützt. Der Titelschutz beugt einer Verwechslungsgefahr mit anderen Bezeichnungen vor. Deswegen darf ein Dritter einen geschützten Werktitel im geschäftlichen Verkehr nicht unbefugt nutzen. Auch ähnliche Bezeichnungen, sofern sie eine Verwechslung hervorrufen, sind unzulässig. Der Inhaber des Werktitels hat das ausschließliche Recht am Titel (§ 15 MarkenG). Das heißt, dass er andere von der Nutzung ausschließen darf. Inhaber eines Werktitels ist derjenige, der den Titel zuerst in den geschäftlichen Verkehr gebracht hat.

Titelschutz Entstehung

Titelschutz entsteht, sobald sich der Werktitel im geschäftlichen Verkehr befindet und von einem Dritten genutzt wird. Er muss in keine speziellen Register oder Ähnliches eingetragen werden. Ein Werktitel kann auch dann als geschützt gelten, wenn er durch eine Titelschutzanzeige angemeldet wird (siehe „Titelschutzanzeige“). Voraussetzung für die Entstehung von Titelschutz ist ein Titel mit einer gewissen Unterscheidungskraft.

Titelschutz Unterscheidungskraft

Ein Titel braucht Kennzeichnungskraft, um schutzfähig zu sein. Titel mit keiner Unterscheidungskraft sind gebräuchliche Begriffe, an der die Allgemeinheit kein Interesse eines Titelschutzes hat, z.B. „Liebe“ oder „Himmel“. Falls dennoch ein Buch mit dem Titel „Liebe“ existiert, muss ein neuer Titel gewählt werden. Eine Anfügung kann ausreichen, um Unterscheidungskraft vom Titel „Liebe“ zu erlangen, z.B. „Liebe am Meer“. Auch das Hinzufügen eines Untertitels führt zu einem neuen Titel, z.B. „Liebe: Die erste Begegnung".

Je individueller, kennzeichnungskräftiger und bekannter ein Titel ist, desto stärker muss der neue Titel von dem geschützten Titel abweichen, um einer Verwechslungsgefahr vorzubeugen. Bei einem bekannten und individuellen Titel wie „Harry Potter“ reicht eine Anfügung wie „Harry Potter hat Geburtstag“ nicht aus. In diesem Fall bedarf es eines neuen Titels mit einer deutlich stärkeren Abweichung.

Die Unterscheidungskraft eines Titels ist nicht immer eindeutig erkennbar und kann zu subjektiven Ansichten führen.

Geografische Angaben, historische Persönlichkeiten, inhaltsbeschreibende Titel oder Wendungen der Umgangssprache sind nicht schutzfähig.

Wann endet der Titelschutz?

Der Titelschutz bei Büchern dauert solange an, wie sich der Werktitel im geschäftlichen Verkehr befindet. Der Titelschutz erlischt, wenn der Titel vom Inhaber nicht mehr genutzt wird und davon ausgegangen werden kann, dass der Titel nie mehr lieferbar sein wird. Bei Büchern ist dies der Fall, wenn das Werk mehr als fünf Jahre vergriffen ist. Dieser Auffassung ist der Börsenverein des Deutschen Buchhandels (Merkblatt des Börsenvereins: Ende des Titelschutzes).

Für die Korrektheit der Informationen übernehme ich keine Gewähr. Ich bin nicht Rechtsberaterin, sondern Buchdesignerin.

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